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Orgosolo – Sardinien

Orgosolo (sardisch Orgòsolo) ist eine sardische Gemeinde in der Provinz Nuoro in Italien. In 620 m Höhe am Fuße des Berges Lisorgoni liegt Orgosolo mit etwa fünftausend Einwohnern.
Bekannt sind hier vor allem die zahlreiche “Murales”, Wandgemälde den Wiederstand gegen Faschismus, Kapitalismus, Krieg, Wettrüsten, Hunger und Apartheid. Mehr als 150 sozialkritische Murales zieren die Fassaden der sonst eher schlichten und schmucklosen Häuser des Dorfes.
Die Atmosphäre wirkt politisch und idealistisch.
Das allererste der Murales genannten Wandgemälde wurde 1968 von der anarchistischen Mailänder Gruppe Dioniso in Orgosolo gezeichnet. Trotz einiger Beschädigungen etwa durch Umbauten von Häusern oder Witterung sind alle Murales weitgehend sehr gut erhalten.
Ob sie nun naiv gemalte sardische Hirtenszenen zeigen, ob sie als politische Manifestationen daherkommen, beeindruckend sind diese bemalten Häuserfassaden auf jeden Fall.
Und das Ganze vor der Kulisse einer Wildromantisch zerklüftet Landschaft: hier sind die Höhen abweisend und lebensfeindlich, die Täler dagegen fruchtbar, saftig und sattgrün.
Gruselnummer: die Grotte Ispinigoli, eine der längsten Höhlen Italiens. Die Grotta di Ispinigoli ist über eine steinerne Treppe erreichbar und ist dank zahlreicher Scheinwerfer optimal ausgeleuchtet. Der Rest der Tropfsteinhöhle wird von den verantwortlichen Behörden für den Publikumsverkehr als zu gefährlich eingestuft. 1956 musste ein Forscher bei einem Sturz in den Abisso delle Vergini, den Jungfrauenabgrund, sein Leben lassen.
Der Hauptgrund für das rege Interesse der Forscher ist aber wohl im größten Tropfstein Europas zu sehen, der sich in der Höhle befindet. Dabei handelt es sich um einen 38 Meter langen Tropfstein mit einem Durchmesser von bis zu 2 Metern. Entstanden ist dieses Naturwunder durch die Vereinigung eines Stalagmiten und eines Stalaktiten.
Nach dem Rundgang durch Orgosolo darf man es nicht versäumen, hinauf auf den Pratobello und hinein in die Foresta di Montes zu fahren. Über die angestammten kommunalen Weideplätze von Orgosolo führt die schmale Straße bis zur Forstkaserne am Eingang zu der wegelosen
Wildnis der Foresta di Montes, in denen sich die wildromantische Barbagia ( eine mehrfach gegliederte felsige Hochebene südlich von Nuoro im Osten Sardiniens) von ihrer schönsten Seite zeigt.
Und wenn man schon dabei ist: landschaftlich außerordentlich reizvoll ist der Supramonte nicht zu verpassen. Supramonte ist ein gewaltiges Kalksteinmassiv, das sich im Hinterland der mittleren sardischen Ostküste erstreckt. Herrliche Steineichenwälder säumen die
Bergflanken, während sich auf den einsamen, stark verkarsteten und nun von Garrigue bedeckten Hochflächen eindrucksvolle Karrenfelder erstrecken, in deren Bereich das Kalkgestein felsig zu Tage tritt.
Zu empfehlen ist hier der Supramonte Restaurant. Eine Priorität des Supramonte Restaurants ist den Besuchern die traditionelle Küche kennen zu lassen. Es schlägt eine Verherrlichung der Geschmacke der traditionellen Küche mit neuen Geschmäcken vor, die geschickt ausgewählt werden. Das Restaurant ist das ganze Jahr geöffnet.